Wir verkaufen unser Haus. Das Haus, das wir selbst gebaut haben. Mit Herz, Blut, Schweiß und ganz viel Liebe. Wir wollen frei sein und unsere Jahre nicht für ein Haus arbeiten. Wir wollen sie leben.
Angefangen hat alles mit Marco. Er saß wochenlang heimlich am Rechner und hat geschaut, wie er in Zukunft wohnen möchte. Irgendwann hat er mir Modulhäuser gezeigt. Ich war sofort Feuer und Flamme.
Eigentlich wollten wir uns so ein Haus anderthalb Wochen später ansehen. Dann habe ich gesehen: Samstag ist noch ein Termin frei. Wir haben uns ins Auto gesetzt und sind losgefahren. Ich stand in diesem Haus und war schockverliebt. Alles wirkte klar und aufgeräumt. Es gab einfach keinen Platz für Gerümpel. Und ich habe sofort gespürt: Hier kann ich durchatmen.
Blieb die Frage: Wo soll so ein Haus stehen? An einem Sonntagmorgen lag ich im Bett und habe mich gefragt, was ich sehen möchte, wenn ich aus dem Fenster schaue. Und dann fiel mir ein Ort ein. Im wahrsten Sinne des Wortes: Er fiel mir ins Hirn. Ausgerechnet der kleine Ort bei uns in der Nähe, über den ich mich früher lustig gemacht habe. Wer wohnt denn da freiwillig, sieben Kilometer bis zum nächsten Supermarkt? Tja. Offenbar bald ich.
Wir sind hingefahren. Und dort standen tatsächlich Grundstücke zum Verkauf. Mitten im Grünen.
Gekauft ist noch nichts. Erst muss unser Haus seine neuen Menschen finden.
Was darfst du gerade weitergeben, damit Neues Platz hat?

